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Donnerstag, 15.10.2009
DIE MARATHON-FRAU-KOLUMNE: Einfach dem Ziel entgegen

Von Katrin Schumann
Es ist wirklich kaum zu glauben. Aber es ist wahr! Und es lässt in meinem Inneren eine riesige leuchtende Sonne aufgehen: Nach den letzten Trainingsläufen habe ich keine nennenswerten Beschwerden. Ich kann wieder hoffen. Auf den Sonntag in Magdeburg. An dem ich - wenn alles gut läuft - den kleinen Drittelmarathon erleben werde.

Wie schön ist es doch, endlich wieder ohne Angst zu laufen. Ich habe keine Angst vor Schmerzen, vor neuen Verletzungen oder davor, dass ich das Laufpensum konditionell nicht durchhalte. Ich fühle mich jetzt wieder – zum ersten Mal seit dem Frühsommer – recht fit. Dass ich den Marathon noch nicht laufe, verstimmt mich schon seit Wochen nicht mehr. Ich werde die Marathonis aus meiner Gruppe gerne am Ziel erwarten. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht für so kleine "Vor dem Wettlauf- Nervenbündel" wie mich erst einmal für den kleinen Lauf nach Magdeburg zu fahren, alles zu beobachten; die Startnummer anzupinnen, nach dem Startschuss unter der Traverse durchzulaufen und nach einer Abkürzung in dasselbe Ziel zu laufen wie die Marathonis. Die langen Läufe bei Sonnenuntergang und das Grabschen nach den Sportgetränk-Flaschen, das Schlackern des Gürtels mit den kleinen Schlaufen für Trinkflaschen und Fitness-Snacks lerne ich dann im nächsten Laufkursus kennen.

Denn ich werde weitermachen. Weiterlaufen, weiter mit den Füßen auf dem Gymnastikball Liegestütze machen. Die Fersen an den Hintern schleudern und mich dabei trotzdem überraschend gerade halten, oder wie ein Lipizzaner mit den Waden schlenkern beim Lauf-ABC. Und mit noch etwas duschfeuchten Haaren im Schulungsraum sitzen und den Vorträgen lauschen. Doch jetzt – vor Magdeburg – werde ich keine großen Sprünge mehr machen. Die letzten Tage vor dem Lauf heißt es: Kräfte sammeln, ein paar Nudeln mehr essen, viel trinken. Und vor allen Dingen ruhig bleiben. Es ist ja noch nicht der Marathon. Und heute beim Training ist es ein wenig wie am Anfang vor fast einem Jahr. Die langen Läufer sind nicht mehr stundenlang auf Achse, sondern wieder dabei.

Trotzdem ist alles anders: Wir sehen verändert aus, einige Kilo ungezähmtes Gewebe haben sich in reinste Muskelmasse gewandelt, eine ungekannte Entschlossenheit lässt das Gesicht strahlen und wir halten den Unterarmstütz so lange, bis wir zur Pause gedrängt werden müssen. Keine Spur mehr von Schnecken, die am Ende des Feldes kriechen!! Meine Schneckenkollegin läuft übrigens am Sonntag schlappe dreißig Kilometer länger als ich! Chapeau! Und wenn ich schon meinen Hut ziehe, dann doch bitte vor unserem Physiotherapeuten Daniel, der uns im Gymnastikraum immer so charmant getriezt hat. Dafür, und für den erfolgreichen Ironman auf Hawaii! Diese vielen Kilometer Anstrengung, Durchhalten und Schwitzen kann nur schaffen, wer immer auf seinen Körper hört. Wenn die Beine streiken, nützt auch die schönste mentale Powerstimmung nichts. Meine Beine machen ja mit. Und ich habe es wieder: Dieses Gefühl, es läuft einfach. Ich denke an nichts und laufe, dem Ziel entgegen.

Katrin Schumann und Jürgen Winkelhöfer starten Sonntag beim Magdeburg-Marathon. Nächste Woche berichten sie in ihrer letzten Kolumne ausführlich von ihren Erlebnissen.

VLG 1991 Magdeburg